Content Europacup-Finale

Umbenennung in SC Ostmark

Schließlich richteten sich die Spieler und die Geschäftsführung notdürftig am Cricketer-Platz ein. Als kommissarischer Leiter der Austria wurde der SA-Sturmbannführer Hermann Haldenwang bestellt und benannte angeblich auf Befehl des Reichssportführers Hans von Tschammer und Osten den Verein nun vorrübergehend in SC Ostmark um. Haldenwang wurde kurz darauf durch den NS-Reichsbund für Leibesübungen in Berlin abgesetzt und durch den Sekretär der ehemaligen Nationalliga und früheren FAC-Sektionsleiter Richard Ziegler ersetzt.

Der Platz des Präsidenten wurde allerdings nicht nachbesetzt: Der Austria-Vorstand bestand darauf, dass dieser Platz nur dem "Michl" Schwarz zukomme und hielt ihm sein Präsidentenamt auch tatsächlich bis zu seiner Rückkehr im Sommer 1945 offen.

Die Mannschaft der Austria war zwischen 1938 und 1945 wesentlich schwächer als in den Jahren davor. Die jüdischen Spieler waren emigriert und viele Nachwuchsspieler zum Heer eingezogen worden, sodass nur mehr eine Rumpfmannschaft zur Verfügung stand. Außerdem hatten die Vereine immer weniger Geld, denn die großen Spiele im Mitropacup gab es nicht mehr. Dazu kam, dass im Sommer 1938 der Professionalismus abgeschafft wurde und auch die Übertrittsbestimmungen für Spieler verschärft wurden. So konnte man kaum fertige Spieler verpflichten und war auf den Nachwuchs angewiesen. Natürlich traf das auf alle Vereine zu, doch manche konnten es sich eher richten als andere.

Sindelar-Tod und Spieler im Krieg

Der große Star der Austria, Matthias Sindelar, fiel am 23. Jänner 1939 einem bis heute ungeklärten Unfall zum Opfer. Tod durch Rauchgasvergiftung hieß die offizielle Version, die auch in der Polizeiakte vermerkt wurde. Geplanter Mord, Selbstmord oder Doppelselbstmord mit seiner Geliebten waren viel zitierte Gerüchte.

In der ostmärkischen Liga reichte es nun nur mehr zu hinteren Plätzen, die beste Leistung war noch ein fünfter Rang. Der Kriegsbeginn im September 1939 verschärfte die Situation nochmals, denn nun mussten die meisten Spieler zum Militär einrücken. Schon im Oktober 1939 meldete die Austria, dass insgesamt 17 Spieler, darunter ein Gutteil der Kampfmannschaft, "unter den Waffen stehen". Mit zunehmender Kriegsdauer wurde der Fußballsport immer mehr in Mitleidenschaft gezogen, es gab kaum mehr attraktive Spiele und kaum mehr einsatzbereite Spieler.

Viele Matches wurden gar nicht mehr angepfiffen, weil eine der Mannschaften nicht einmal sieben Spieler hatte oder gar nicht gekommen war. Etliche andere Spiele mussten abgebrochen werden, weil wieder einmal Fliegeralarm gegeben wurde und die Mannschaften schleunigst den nächsten Luftschutzkeller aufsuchen mussten.

Es ist aber bemerkenswert, dass trotz aller Probleme bis zum März 1945 weiter Fußball gespielt wurde und dass zu jedem Spiel abertausende Zuschauerinnen und Zuschauer kamen, obwohl sie oft vergeblich auf den Anpfiff warteten. Doch der Fußball war, abgesehen vom Kino, das einzige Vergnügen, das den Menschen im zerstörten Wien noch geblieben war.

Zu dieser Zeit wurde übrigens auch das Austria-Sekretariat in der Jasomirgottstraße zerbombt. Das ist der Grund, warum es über die Geschichte der Austria in der Zeit des Nationalsozialismus kaum noch Material gibt.

Sindelar-Tod und Spieler im Krieg

Der große Star der Austria, Matthias Sindelar, fiel am 23. Jänner 1939 einem bis heute ungeklärten Unfall zum Opfer. Tod durch Rauchgasvergiftung hieß die offizielle Version, die auch in der Polizeiakte vermerkt wurde. Geplanter Mord, Selbstmord oder Doppelselbstmord mit seiner Geliebten waren viel zitierte Gerüchte.

In der ostmärkischen Liga reichte es nun nur mehr zu hinteren Plätzen, die beste Leistung war noch ein fünfter Rang. Der Kriegsbeginn im September 1939 verschärfte die Situation nochmals, denn nun mussten die meisten Spieler zum Militär einrücken. Schon im Oktober 1939 meldete die Austria, dass insgesamt 17 Spieler, darunter ein Gutteil der Kampfmannschaft, "unter den Waffen stehen". Mit zunehmender Kriegsdauer wurde der Fußballsport immer mehr in Mitleidenschaft gezogen, es gab kaum mehr attraktive Spiele und kaum mehr einsatzbereite Spieler.

Viele Matches wurden gar nicht mehr angepfiffen, weil eine der Mannschaften nicht einmal sieben Spieler hatte oder gar nicht gekommen war. Etliche andere Spiele mussten abgebrochen werden, weil wieder einmal Fliegeralarm gegeben wurde und die Mannschaften schleunigst den nächsten Luftschutzkeller aufsuchen mussten.

Es ist aber bemerkenswert, dass trotz aller Probleme bis zum März 1945 weiter Fußball gespielt wurde und dass zu jedem Spiel abertausende Zuschauerinnen und Zuschauer kamen, obwohl sie oft vergeblich auf den Anpfiff warteten. Doch der Fußball war, abgesehen vom Kino, das einzige Vergnügen, das den Menschen im zerstörten Wien noch geblieben war.

Zu dieser Zeit wurde übrigens auch das Austria-Sekretariat in der Jasomirgottstraße zerbombt. Das ist der Grund, warum es über die Geschichte der Austria in der Zeit des Nationalsozialismus kaum noch Material gibt.

Rückkehr zum Spitzenteam

Nach dem Ende des Weltkrieges war ganz Wien lahmgelegt. Die Austria trat erstmals wieder am 6. Juni 1945 an und es ging, wie könnte es anders sein, gegen Rapid. Das Ergebnis lautete 2:2 und die 3.000 Zuschauer, die das Spiel besuchten, stellen bis heute den Tiefpunkt des Zuschauerinteresses für das Wiener Derby dar.

Das Stadion wies Wunden des Krieges auf und aus den Kabinen der Austria fehlten Schuhe und Dressen. Es war die Stunde null. Zum zweiten Mal in der violetten Ära. Der alte Austria-Stamm versammelte sich im Sporthaus Pohl auf der Mariahilfer Straße: Camillo Jerusalem, Josef Stroh, Karl Adamek, Karl Andritz, die Großen der Dreißigerjahre begannen aufs Neue.

Karl "Vogerl" Geyer, der erste Trainer nach dem Krieg, präsentierte den jungen Stürmer Ernst Stojaspal. Mit ihm, dem genialen "Dolfi" Huber, in dem viele den Nachfolger Sindelars sahen, dem jungen Friedrich Kominek sowie den Routiniers Leopold Mikolasch, Siegfried Joksch, Wilhelm Kopetko und Johann Safarik wurde die Austria wieder eine große Mannschaft. Heinrich "Wudi" Müller übernahm das Training und bald darauf stießen der Kärntner Ernst Melchior – von den Fans auf den Ehrennamen G'scherter getauft – und der Modelltischler Ernst Ocwirk zum Klub. Mit ihnen erlebte Austria eine neue Zeit, in der die Violetten wieder das wurden, was sie vor dem Krieg waren: Eine europäische Spitzenmannschaft!

Mehr als zehn Jahre beherrschten sie die Fußballszene und boten spielerische Glanzleistungen, wobei es nicht immer Siege waren, die den Anhang entzückten. So gehörte das Spiel gegen die damals beste europäische Mannschaft, Honved Budapest mit Ferenc Puskas, zu den ruhmreichen Niederlagen: Endstand 6:7! Honved führte schon 4:0, doch die Austria glich aus. 6:4 nach Seitenwechsel, kurz darauf 6:6 und in letzter Minute stellte Kosics auf 7:6 – die Zuschauer riss es bei diesem dramatischen Spiel von den Bänken.

Erster österreichischer Meister

1949/50 konnte Austria Wien den Titel in der ersten gesamtösterreichischen Meisterschaft erringen. 18 Siege aus 24 Spielen und überragende 92 Tore sorgten dafür, dass die Veilchen am Ende zwei Punkte vor Rapid als Meister hervorgingen.

1951 ging es erstmals nach Südamerika. Im Maracana-Stadion von Rio war die mit sechs Spielern des Weltmeisters Uruguay gespickte Mannschaft von National Montevideo Austrias Gegner. Ocwirk und Stojaspal spielten entfesselt und die Austria siegte 4:0. Man musste an der Copacabana zur Kenntnis nehmen, dass man auch am Donaustrand Fußball spielen konnte.

Im April 1953 wurde für Spieler über 30 Jahre die bis dahin gültige Auslandssperre aufgehoben, wovon auch die Austria betroffen war: Stojaspal, Melchior, Kominek und Aurednik gingen nach Frankreich. Für die Veilchen bedeutete das Jahr 1954 den Zerfall einer bis ins Letzte eingespielten Mannschaft mit großartigen Fußballern.

Die unmittelbaren Nachkriegsjahre waren vorbei, in Österreich wurden die ersten Anzeichen des Wiederaufbaus spürbar. Auch die Fußballer, die jahrelang quasi um ein Butterbrot gespielt hatten, verdienten wieder sehr ordentliche Summen. Es wurde deutlich, dass in Österreich zwar ein technisch einwandfreier Fußball gespielt wurde, man aber die Entwicklung am konditionellen Sektor verschlafen hatte. Dazu kam, dass das alte, eingespielte Team aufgrund zahlreicher Auslandsverpflichtungen nicht mehr bestand. Die Lösung des Problems sah man in einem Forcieren des Nachwuchses.

Nachwuchs, Fanklub & Stadthallenturnier

Einer, der rechtzeitig erkannt hat, dass der Weg nach oben nur über die eigene Jugend geht, war Leopold Stroh, der Bruder des glanzvollen Stürmers der Dreißigerjahre, der selbst bei Austria spielte. Nach dem Krieg förderte Stroh als Jugendleiter den Austria-Nachwuchs in einer zur damaligen Zeit kaum überbietbaren Art. Junioren-, Jugend-, Schüler- und Knabenmannschaften wurden aus dem Boden gestampft und Austrias Nachwuchs war bald ein Talentreservoir, das weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt war.

Im Jahr 1954 entstand – unter der Führung des späteren Klubsekretärs Norbert Lopper – auch der erste Austria Fanklub AWAK. Unter den anfänglich 200 Mitgliedern waren auch Prominente wie Schriftsteller Friedrich Torberg oder Schauspieler Attila Hörbiger.

Bis auf den noch verbliebenen Ernst Ocwirk, hatte das Team der Austria ein völlig neues Gesicht bekommen. Als auch dieser im Sommer 1956 zu Sampdoria Genua wechselte war dies ein schwerer Schlag für die Veilchen und darüber hinaus ein Signal für den Zustand des österreichischen Fußballs, dem seine Stars abhandengekommen waren. Ein stetiger Erfolg stellte sich nicht ein, häufige Trainerwechsel waren die Folge.

Am 27. April 1958 trennte sich die Austria im Derby im Wiener Stadion 1:1 von Rapid. Das Besondere daran war aber weniger das Ergebnis, sondern die Tatsache, dass dieses Spiel die erste Fußball-Live-Übertragung überhaupt in Österreich darstellte. Der Fernseh-Hype übte damals eine solche Faszination aus, dass sich gerade 6.700 Zuschauer ins Stadion verirrten.

Im Februar 1959 ging mit den vier Vereinen Austria, Rapid, Simmering und WAC das erste Wiener Stadthallenturnier über die Bühne. Die Austria ist mit 19 Titeln bei diesem Turnier der unumstrittene Hallenkönig!