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22.10.2009
Fußballgott, da war heute mehr drin! Die Wiener Austria beherrschte am Donnerstag den deutschen Spitzenklub Werder Bremen im Horr-Stadion über weite Strecken, lag aber trotz zahlreicher Möglichkeiten und eines zu Unrecht aberkannten Tores durch Zlatko Junuzovic denkbar unglücklich mit 0:2 zurück. Danach schlug der Europacup-Geist der Veilchen im violetten Hexenkessel einmal mehr zu. Emin Sulimani per Distanzschuss und der eingewechselte Schumacher trafen noch zum vielumjubelten 2:2. Fazit: Die internationale Reifeprobe wurde erbracht, die mögliche Sensation denkbar knapp verpasst.
Die Wiener Austria begann gegen den SV Werder Bremen so, wie sich das die Zuschauer im restlos ausverkauften Horr-Stadion vorgestellt hatten. Aggressiv, bissig und mit dem Willen, den Norddeutschen mehr als nur Paroli zu bieten. Die Veilchen drängten die Truppe von Coach Thomas Schaaf phasenweise weit in die eigene Hälfte. Dementsprechend auch die erste gute Szene für Violett: Milenko Acimovic spielt perfekt in die Gasse für Diabang, aber Per Mertesacker spitzelte den Ball gerade noch mit der Zehenspitze weg. Im zweiten Anlauf wurde Acimovic per Foul gestoppt. Den anschließenden Freistoß setzte er um Haaresbreite an der linken Stange vorbei.
Die Daxbacher-Elf war auch danach klar tonangebend. Bezeichnend: bis zur 19. Minute schafften es die Gäste kein einziges Mal in den violetten Strafraum. Da allerdings kam es gleich knüppeldick: Freistoß von der rechten Seite, Pizarro schraubte sich am höchsten und köpfte völlig entgegen dem Spielverlauf zum 0:1 ein ganz bitter, wenn man bedenkt, dass die Austria bis dahin Bremen klar im Griff hatte. Die Veilchen ließen sich von diesem Rückstand aber nicht aus dem Konzept bringen und bedrängten das Tor von Bremen-Schlussmann Tim Wiese weiter. Pech: Momo Diabang wäre nach einem Pass des hoch motivierten Milenko Acimovic alleine auf das Tor gelaufen, aber das Schiedsrichter-Team entschied völlig zu Unrecht auf Abseits.
Keinen Einwand hätte es danach bei einem brandgefährlichen Ortlechner-Kopfball gegeben, doch leider setzte der ÖFB-Teamspieler eine Acimovic-Flanke freistehend knapp am rechten Toreck vorbei (29.). Nur drei Minuten später hatte Abwehr-Kollege Joachim Standfest den Ausgleich auf dem Fuß: Nach einem Pass aus der Tiefe lief er allein aufs Tor und genau in dem Moment, als er abziehen wollte, spitzelte der heranlaufende Naldo noch in den Schuss und verhinderte ein in der Luft liegendes, violettes Tor.
Genauso groß war die violette Chance fünf Minuten vor dem Pausenpfiff. Diabang setzte sich auf der rechten Seite durch und schoss, anstatt den frei stehenden Emin Sulimani anzuspielen. Fazit der ersten Hälfte: Die Austria kontrollierte das Spiel, aber kassierte aus der ersten guten Szenen der Bremer unglücklich den 0:1-Rückstand.
In der zweiten Hälfte rettete zunächst Robert Almer gleich nach Wiederanpfiff gegen Torschütze Claudio Pizarro (48.), dann übernahmen aber wieder die Veilchen das Kommando. In der 56. Minute schließlich die vermeintlich spielentscheidende Szene: Zlatko Junuzovic traf nach einem Getümmel aus drei Metern völlig regulär zum Ausgleich. Schiedsrichter Paolo Tagliavento entschied trotz dreier Assistenten zu Unrecht auf Abseits, kam der entscheidende Ball doch direkt von Thorsten Frings zu Juno.
Ab diesem Zeitpunkt bestimmte wieder die Wiener Austria das Kommando und brachte Tim Wiese unter anderem durch Standfest in Bedrängnis. Ein Black-Out von Jacek Bak machte diesen Vorwärtsdrang vorerst zunichte: Pizarro spritzte in eine verunglückte Kopfball-Rückgabe, umkurvte den herauslaufenden Almer 0:2.
Was danach passierte, passte perfekt in die bisherigen Europacup-Heimspiele der Veilchen. Die Veilchen griffen an und scheiterten zunächst noch einmal durch Julian Baumgartlinger, der den Ball aus guter Position per Kopf nicht im Tor versenken konnte. Es blieb Europacup-Goalgetter Emin Sulimani überlassen, die Veilchen wieder ins Spiel zurück zu bringen. Der 23-Jährige zog nach Doppelpass mit dem eingewechselten Schumacher humorlos aus 20 Metern ab Tor, 1:2 und die Austria war wieder im Spiel (73.).
Alle vier Tribünen peitschten die Austria weiter nach vorne und in der 88. Minute schlug Jolly Joker für die Veilchen tatsächlich zu. Torschütze Emin Sulimani flankte zur Mitte, der Brasilianer setzte seinen Körper perfekt ein und wuchtete die Vorlage zum hochverdienten Ausgleich in die Maschen. 2:2 nach 0:2 die Wiener Austria wurde wie schon so oft in dieser Europacupsaison für ihr unglaubliches Kämpferherz belohnt.
Das Horr-Stadion stand Kopf, Bremen wankte, fiel aber in der Schlussphase leider nicht mehr. Man wusste nach dem Schlusspfiff nicht so Recht, ob man sich ausgelassen freuen sollte, denn diese unglaublich engagierte Leistung der Wiener Violetten hatte sich eigentlich mehr verdient. Moralischer Sieger waren auf alle Fälle die Veilchen die den UEFA-Cup-Finalisten des Vorjahres nach einem 0:2-Rückstand noch fast an den Rand einer Niederlage drängten.
Tore:
Sulimani (73.), Schumacher (88.) bzw. Pizarro (19., 63.)
Gelbe Karten:
Keine bzw. Hunt, Boenisch, Mertesacker, Rosenberg
Aufstellung Austria Wien:
Almer - Standfest, Bak, Dragovic, Ortlechner - Klein (64., Schumacher), Baumgartlinger (84., Hattenberger), E. Sulimani - Junuzovic, Acimovic Diabang.
Aufstellung Werder Bremen:
Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Boenisch - Frings - Bargfrede (64., Borowski), Hunt - Özil - Pizarro, Marin (59., Rosenberg).
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Erstellt am 18.05.2018 |
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Ein von FK Austria Wien (@fkaustriawien) gepostetes Video am 8. Sep 2015 um 1:43 Uhr
Enjoying the last couple of minutes with my "roomy" @jamesrobert89 in our hotel room listening to some cool tunes... #finalmode ON #faklive
— Manuel Ortlechner (@m_ortlechner) June 3, 2015