Home
Die violette Legende galt einst als unerbittlicher Zweikämpfer und war Stammspieler, als die Veilchen in den frühen Neunziger-Jahren die Liga dominierten. Mit Schmid als Co-Trainer holte die Austria 2013 ihren bisher letzten Meistertitel. Am heutigen Freitag wird „Schmidl“ 55 Jahre jung. Wir gratulieren herzlich!
©GEPA-Pictures
Manfred Schmid kam am 20. Februar 1971 in Wien zur Welt. Nach einem Schnupperjahr bei Simmering wechselte das damals zehnjährige Talent Anfang der 1980er-Jahre in die Jugendabteilung der Wiener Austria, wo er unter den Fittichen von Josef „Pepi“ Argauer den gesamten Nachwuchs durchlief. Am 17. März 1990, beim Heimspiel gegen den SK Sturm, gab der defensive Mittelfeldspieler sein Erstliga-Debüt, als er im Finish für Andi Ogris eingewechselt wurde. „So einen Moment vergisst man nicht. Bei mir hatte sich immer alles um die Austria gedreht. Ich saß mit dem Trikot in der Schule, ich stand mit meinem Vater im Stadion, ich habe Herbert Prohaska bewundert“, verriet er dem STANDARD einmal im Interview.
Unter seinem Idol Prohaska, mittlerweile Austria-Cheftrainer, mauserte sich der defensive Mittelfeldspieler spätestens im Sommer 1992 zum Stammspieler und erntete seiner verbissenen Spielweise (mitunter auch seiner jähzornigen Art wegen) von Gegen- und Mitspielern den Spitznamen „Terrier“. Schmid galt in seinen zwölf Jahren bei Austria Wien stets als absoluter Teamplayer, der dem Erfolg der Mannschaft alles unterordnete. In 283 Pflichtspielen für Violett feierte die Austria dank der Mithilfe „Schmidls“ je drei Meisterschaften (1991, 1992, 1993) und Cupsiege (1990, 1992, 1994), sieben Mal gewannen die Veilchen mit Schmid das Wiener Stadthallenturnier.
Im Sommer 2003 wurde Schmid Trainer in der Frank-Stronach-Akademie in Hollabrunn. Über die Austria Amateure, Schwanenstadt und Wiener Neustadt kehrte er 2011 zu seiner Austria zurück, war zuerst Co-Trainer von Ivo Vastic, ab Sommer 2012 von Peter Stöger, mit dem er bereits in den Neunzigerjahren erfolgreich zusammen spielte. Es folgte eine hollywood-reife Saison mitsamt Meistertitel 2013 – der bisher letzte der Austria. Im Jahr darauf folgte Schmid Peter Stöger als dessen Assistenztrainer nach Köln, wo er über vier Saisonen mithalf, den Effzeh vom Zweitligisten in einen Europacup-Kandidaten zu verwandeln. Nach einem kurzen Intermezzo als Co bei Borussia Dortmund, kehrte Schmid 2019 zu den Geißböcken zurück und hatte vereinsintern fortan die verschiedensten Tätigkeitsfelder inne (Chefscout, Entwicklungscoach, Individualtrainer).
2021 landete „Schmidl“ schließlich als Cheftrainer auf der Austria-Betreuerbank, wo er 2021/22 den starken dritten Platz erreichte. Nach 46 Spielen als WAC-Trainer ging es im September 2024 weiter zum TSV Hartberg, wo Schmid seither ganze Arbeit leistet und 2025 gar ins Cup-Finale einzog.