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Jubiläumsbuch-Leseprobe: Matthias Sindelar: Der „Papierene“ – ein Mythos!

Der FK Austria Wien ein Klub, der keinen kalt lässt, der Fußballgeschichte in Österreich geschrieben hat. Auf nationaler und internationaler Ebene: Zweifacher Sieger des Mitropacups, der Champions League der 30-er Jahre, erster österreichischer Verein in einem Europacupfinale, 23 x österreichischer Meister (österreichischer Rekordmeister in der Nachkriegsgeschichte), mit 27 Titeln Rekordsieger im österreichischen Cup!


Und ein Klub, der seit seiner Gründung Tummelplatz der Stars war, unzählige Größen des heimischen und des internationalen Fußballs schnürten ihre Fußballschuhe für die Violetten, die nicht nur auf dem Feld, sondern auch in der Halle für Fußball-Zauber standen und stehen.

Zum 100. Geburtstag der Austria beschreiben Peter Klöbl und Wolfgang Winheim in Band I des Jubiläumsbuchs die Geschichte des Klubs in Wort und Bild, stellen Legenden von einst und jetzt vor. In Band II folgt die Austria in Zahlen: Alle Spiele, alle Tabellen, alle Erfolge. Plus: Alles über das große Jubiläumsjahr 2011!


www.fk-austria.at bietet allen Besuchern ausgewählte Leseproben zum ersten Band:

15.000 Menschen versammelten sich am 28. Jänner 1939 auf dem Wiener Zentralfriedhof zu einer Trauerfeier, die einem Staatsbegräbnis glich. Es hieß Abschied nehmen von Matthias Sindelar, einem der größten aller Zeiten im heimischen Fußball, der auf mysteriöse Art und Weise knapp vor seinem 36. Geburtstag, den er am 10. Februar gefeiert hätte, verstorben war.

Matthias Sindelar, der Papierene, war schon zu Lebzeiten eine Legende gewesen. Geboren in Kozlau in Böhmen, übersiedelte er mit seiner Familie bald nach Wien, wo der 15-jährige Matthias 1917 den Verlust des Vaters, der im Krieg gefallen war, beklagen musste. Der Bub lernte Schlosser, jagte aber nebenbei immer schon dem Fetzenlaberl nach. Schmal und schlank, musste er sich bei seinem ersten Klub, der Hertha, im Nachwuchs anders verhalten, um sich gegen die Größeren und Stärkeren durchzusetzen.

Er konnte den Ball am längsten am Rist jonglieren und von einem Fuß auf den anderen hinüberspringen lassen. So setzte er sich in den Zweikämpfen besser durch, überragte bald alle Gleichaltrigen, debütierte 1923 in der Ersten der Hertha. Im Sommer 1924 unterzeichnete Sindelar, den knapp zuvor ein Badeunfall, bei dem er sich den Meniskus schwer verletzt hatte, fast ein Bein gekostet hätte, einen Vertrag bei den Amateuren, wo er schon bald zu einer Kultfigur wurde.

Der wegen seines Fliegengewichts Der Papierene Genannte ließ mit seinem körperlosen, trickreichen Spiel die Herzen der Fans höher schlagen, avancierte zum großen Star der Austria und der Nationalmannschaft, erfüllte sich nebenbei seinen Traum vom eigenen Kaffeehaus.

Doch dann kam dieser 23. Jänner 1939. Sindelar ist tot die Nachricht verbreitete sich in ganz Wien wie ein Lauffeuer. Er war in seiner Wohnung tot aufgefunden worden, neben ihm lag die Wirtin eines Gasthauses, die zwölf Stunden später verstarb. Tod durch Rauchgasvergiftung nannte die Polizei als Todesursache, doch es tauchten viele Gerüchte auf: Politischer Mord (Sindelar galt nie als Freund der Nazis), geplanter Mord (Sindelars Geliebte soll auch als Prostituierte gearbeitet haben, ihr Zuhälter aus Rache den Fußballer getötet haben), Selbstmord, Doppelselbstmord.

Selbst der Tod des großen Matthias Sindelar, dem der Schriftsteller Friedrich Torberg ein eigenes Gedicht widmete, wurde zum großen Mythos!

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Erstellt am 18.05.2018

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Ein von FK Austria Wien (@fkaustriawien) gepostetes Video am 8. Sep 2015 um 1:43 Uhr

Die besten Bilder des Testsiegs gegen den FC Basel.