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Im Tagebuch berichten wir täglich vom Geschehen im Trainingslager in Bad Tatzmannsdorf, wo sich die Austria von 29. Juni bis 4. Juli auf die Saison 2026/27 vorbereitet.
Am dritten Tag des Trainingslagers absolvierten die Veilchen am Vormittag eine intensive, mehr als zweistündige Einheit. Cheftrainer Stephan Helm und Sportvorstand Tomas Zorn verschafften sich beim Trainingsmatch von einer erhöhten Position aus einen genauen Überblick. Im letzten Part der Einheit trainierten die Veilchen ihre Torabschlüsse.
Mit auf dem Platz waren auch unsere beiden Langzeitverletzten Noah Botić und Manprit Sarkaria. Beide verletzten sich vor rund sieben Monaten schwer, Botić erlitt einen Knöchelbruch, Sarkaria einen Kreuzbandriss. Im Rahmen der Reha sind sie längst zu einem eigenen Team innerhalb der Mannschaft zusammengewachsen. Gemeinsam mit unseren Physiotherapeuten Jonas Gary, Marko Gagić und Johanna Aschenbrenner arbeiten sie Tag für Tag am Comeback.
Einen wichtigen Meilenstein erreichten beide am vergangenen Freitag: Erstmals seit mehr als einem halben Jahr standen sie wieder mit Ball auf dem Platz. „Ein bis zwei Monate ohne Ball hält man schon durch, aber sieben Monate sind schon brutal. Der Kreuzbandriss ist meine erste richtig schwere Verletzung. Ich bin froh, dass ich jetzt endlich wieder mit dem Ball trainieren kann, das macht einfach viel mehr Spaß“, erzählt ein sichtlich gut gelaunter Manprit Sarkaria am Rande des Trainingsplatzes in Bad Tatzmannsdorf. Gemeinsam mit Noah Botić und Physio Jonas Gary absolvierte er heute erste spielerische Übungen.
„Dass man diese Zeit gemeinsam durchlebt, macht es ein Stück weit einfacher, ich verstehe mich super mit Mani, er bringt viel Spaß in die Gruppe. Wieder am Platz zu stehen fühlt sich einfach gut an. Meine Gefühle beim ersten Ballkontakt nach so langer Zeit zu beschreiben, ist eigentlich unmöglich“, schildert Noah Botić.
Dass beide mit ins Trainingslager reisen konnten, erwies sich als wichtige Entscheidung: „So sind wir viel näher beim Team, das macht es mental einfacher“, betont der 24-jährige Australier. Sein Knöchel ist zwar noch leicht geschwollen, der Heilungsverlauf verläuft aber weiterhin planmäßig. Während seines Heimaturlaubs trainierte der 24-jährige Australier drei- bis viermal pro Woche mit einem eigenen Trainer, die Fortschritte waren in den vergangenen Monaten kontinuierlich sichtbar.
„Der Knöchel fühlt sich schon viel besser an, aber es liegt noch eine Menge Arbeit vor mir. Das Rundherum ist im Moment fast wichtiger als das Training selbst: mobilisieren, regenerieren, kühlen. Mein Ziel ist, im September oder Oktober wieder voll matchfit zu sein.“
Bei Manprit Sarkaria wird die Rückkehr voraussichtlich noch etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Der 29-jährige Wiener hofft, gegen Ende des Jahres wieder voll einsteigen zu können.
Abseits des Trainings verfolgt Noah Botić derzeit gespannt die Weltmeisterschaft und fiebert mit dem australischen Nationalteam mit: „Am Freitag geht es gegen Ägypten. Ich traue Australien den Aufstieg zu. Im Achtelfinale würde dann wahrscheinlich Argentinien warten.“
Nach den Doppeltrainingseinheiten am Montag und Dienstag stand den Spielern am Mittwoch erstmals ein freier Nachmittag zur Verfügung. Viele nutzten die Gelegenheit für einen Mittagsschlaf oder zur Regeneration im Spa-Bereich der AVITA Therme. Andere vertrieben sich die Zeit bei einer Runde Würfelpoker. Gerüchten zufolge wurde am frühen Nachmittag im Mannschaftshotel der rasende Reporter gesichtet.
Für nach dem Abendessen stand um 20:00 Uhr noch ein fixer Programmpunkt auf dem Tagesplan: UBUNTU.
Gemeinschaftssinn, Zusammenhalt und gegenseitige Wertschätzung werden bei der Austria seit Jahren bewusst gepflegt. Vor zwei Jahren brachte Co-Trainer Christian Wegleitner das Ubuntu-Konzept erstmals in die Mannschaft ein.
„Es wird von den Spielern hervorragend angenommen. Entscheidend ist aber nicht, dass wir zweimal im Jahr im Trainingslager darüber sprechen, sondern dass wir es jeden Tag leben – und genau das macht unsere Mannschaft außergewöhnlich gut“, sagt Christian Wegleitner.