Zum Hauptinhalt springen
Frauen | 30.05.2026

Austria Wien holt das Double!

Die Veilchen gewinnen die Meisterschaft und sichern sich somit das Double. Im großen Showdown um den Meistertitel standen sich in der Generali-Arena die Veilchen und der SKN gegenüber. Bereits vor Anpfiff war klar, dass den violetten Frauen ein Remis reichen würde, um sich den Titel zu holen. Am Ende entschieden die letzten fünf Minuten über den Ausgang des Spiels, als die Niederösterreicherinnen zunächst durch einen Elfmeter in Führung gingen, bevor Carina Wenninger für die Veilchen in letzter Sekunde ausglich, sodass die Austria am Ende den Meisterteller in die Höhe halten durfte.

Austria Wien feiert Double-Sieg

©Anne-Sophie Danner-Fellinger

Es war angerichtet für einen der größten Showdowns der Saison. Vor der letzten Runde der ADMIRAL Frauen Bundesliga trennten die Veilchen und den SKN St. Pölten lediglich zwei Punkte. Die Ausgangslage war klar: Den Veilchen würde ein Unentschieden reichen, um sich erstmals seit Jahren den Meistertitel zu sichern. Vor großer Kulisse entwickelte sich ein nervenaufreibendes Duell, das erst in den letzten Sekunden seinen unglaublichen Höhepunkt fand.

Austria beginnt mutig

Die Partie startete intensiv, wie es einem Endspiel um die Meisterschaft würdig war. Bereits in der 2. Minute setzte Lena Triendl den ersten Akzent, ihr Schuss aus spitzem Winkel landete jedoch nur am Außennetz. Der SKN versuchte in der Anfangsphase mit einer einstudierten Eckballvariante zum Erfolg zu kommen, doch Modesta Uka zeigte sich aufmerksam und vereitelte die Situation bereits in der 4. Minute.

Die Veilchen waren in den ersten Minuten die aktivere Mannschaft. Nach einer Ecke in der 10. Minute spielte Uka eine Variante auf Škorvánková. Deren Abschluss wurde von Weiss per Kopf verlängert, der Ball strich jedoch knapp über die Latte.

Auch ein Freistoß in der 12. Minute brachte beinahe die Führung: Elisa Pfattner brachte den Ball gefährlich in den Strafraum, Katharina Schiechtl verlängerte per Kopf sehenswert, doch die Torfrau der Niederösterreicherinnen reagierte glänzend und verhinderte den Rückstand.

Austria kontrollierte große Teile der ersten Halbzeit und erspielte sich immer wieder Standardsituationen. Der Treffer, der den Druck vielleicht etwas rausgenommen hätte, wollte allerdings nicht fallen. Während die Veilchen nach vorne drängten, blieb die Defensive aufmerksam. Eine Ecke des SKN in der 32. Minute entschärfte Torfrau Jasmin Pal sicher.

Kurz vor der Pause sorgte Pfattner für die nächste gute Möglichkeit. Nach energischem Ballgewinn spielte sie zunächst auf Louise Schöffel, eroberte das Leder anschließend selbst wieder und kam zum Abschluss, setzte den Ball jedoch knapp neben das Tor (38.). Ein ungefährlicher Distanzschuss der Gäste (39.) und ein direkt ausgeführter Freistoß von Uka in der Nachspielzeit, den die Torfrau sicher festhielt, bildeten den Abschluss einer umkämpften ersten Hälfte.

Kampf auf Augenhöhe

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Intensität enorm hoch. Die Meisterschaft stand auf dem Spiel, jeder Zweikampf wurde mit höchster Entschlossenheit geführt. Eine SKN-Ecke wurde in der 49. Minute per Kopf geklärt, ehe zwei Minuten später eine umstrittene Szene für Diskussionen sorgte. Uka wurde im Strafraum zu Fall gebracht, doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm.

In der 56. Minute bewahrte Torfrau Pal ihre Mannschaft vor dem Rückstand. Mit perfektem Timing rutschte sie in einen gefährlichen Angriff der Gäste und entschärfte die Situation.

Austria blieb über Standards gefährlich. Eine Ecke in der 58. Minute sowie Freistöße von Uka in der 61. und 64. Minute fanden jedoch jeweils ihr Ende in der stark aufspielenden SKN-Schlussfrau. Dazwischen setzte Pfattner einen Nachschuss nach einer Ecke über das Tor (63.). Die wohl größte Chance der Gäste folgte in der 65. Minute. Doch erneut war Pal zur Stelle, sprang blitzschnell zur Seite und lenkte den Ball mit einer starken Parade ab. 

SKN drückt – Austria verteidigt leidenschaftlich

Mit zunehmender Spielzeit zog sich Austria tiefer in die eigene Hälfte zurück. Der SKN erhöhte den Druck spürbar und verlagerte das Geschehen nahezu vollständig in die violette Hälfte. Doch die Defensive der Veilchen hielt stand. Schiechtl klärte eine weitere gefährliche Ecke der Gäste in der 79. Minute per Kopf.

St. Pölten drängte nun mit aller Macht auf das Tor. Ein Freistoß in der 88. Minute wurde von Carina Wenninger verlängert, landete jedoch im Aus. Nur eine Minute später musste Pal erneut eingreifen und hielt einen weiteren Abschluss der Niederösterreicherinnen fest. Auch in der Nachspielzeit stemmte sich Austria gegen die Angriffe. Ein Freistoß in der 95. Minute brachte zunächst keine Gefahr, Schöffel beförderte den Ball aus der Gefahrenzone.

Schock in Minute 98 ...

Dann geschah das, was aus Sicht der Veilchen nicht mehr passieren durfte. In der achten Minute der Nachspielzeit zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Nach einem Foul durch Schiechtl gab es Elfmeter für den SKN St. Pölten. Die Gäste nutzten die Gelegenheit und verwandelten zum 1:0. Plötzlich war die Meisterschaft zum Greifen nah für St. Pölten. Austria Wien stand nur noch wenige Sekunden vor dem Verlust des bereits sicher geglaubten Titels.

... und ein Wunder in Minute 100

Doch die Veilchen gaben nicht auf. Mit der allerletzten Aktion der Saison erhielt Austria noch einen Freistoß zugesprochen. Selbst Torfrau Pal verließ ihr Tor und stürmte mit nach vorne.Der Ball segelte hoch in den Strafraum der Gäste. Pal kämpfte im Getümmel mit, der Ball wurde mehrfach weitergeleitet und sprang schließlich vor Wenninger. Die Kapitänin reagierte schnell. Schuss. Tor. 1:1 in der 100. Minute. Grenzenloser Jubel auf violetter Seite.

Meistertitel und Double für Austria Wien

Mit dem Last-Second-Ausgleich sicherten sich die Veilchen genau jenen Punkt, den sie für die Meisterschaft benötigten. Nach einem dramatischen Saisonfinale krönt sich Austria Wien zum Meister der ADMIRAL Frauen Bundesliga 2025/26. Doch damit nicht genug: Nach dem bereits gewonnenen Cup bedeutet der Meistertitel zugleich auch das Double. Eine Saison voller Leidenschaft, Zusammenhalt und unvergesslicher Momente findet damit ihren perfekten Abschluss – gekrönt durch eines der spektakulärsten Finalspiele der jüngeren Bundesliga-Geschichte.

Austria Wien – SKN St. Pölten 1:1 (0:0)

Austria: Pal - Wenninger, Schiechtl, Kirchberger - Schöffel, Pfattner, Weiss, Weilharter - Škorvánková, Uka  Triendl

Tore (Austria): Wenninger

Generali-Arena, 2346 Fans, Tobias Wimhofer